Evangelische Johannesgemeinde Niederseelbach & Dasbach

Mit dem Beginn des Jahres 2017 startete auch der neue Verbund der nun gemeinsamen evangelischen Johannesgemeinde Niederseelbach & Dasbach. Die schon lange bestehende kirchliche Verbindung zwischen den beiden Gemeinden wurde unter anderem auch um eine zukünftig sicherere finanzielle Lage zu sichern mit dem Zusammenschluss der Gemeinden in beidseitigem Interesse beschlossen.

Die beiden Kirchen der Johannesgemeinde werden jetzt zur Johanneskirche Niederseelbach und die Dasbacher Kirche zur Johanneskapelle Dasbach.

Mit der Fusion der Kirchengemeinde wurde auch der Kirchenvorstand zusammengelegt.

AUS ZWEI MACH EINS

Für Dasbach im Kirchenvorstand vertreten sind:

  • Walter Andrä, Kirchenvorstand Dasbach
  • Eva Neumann
  • Herbert Ott
  • Madeleine Geihs
  • Michael Koch, Pfarrer
Gottesdienste:
  • 1. Sonntag im Monat 10.00 Uhr
  • 3. Sonntag im Monat 11.15 Uhr
Die beiden Figuren des Siegels zeigen uns (links) Maria mit dem Kind und (rechts) den Heiligen Jakob(us) im Mantel mit Pilgerhut und Tasche.
Neben Maria mit Kind und dem Heiligen Jakob(us) war noch eine dritte Heiligenfigur im Besitz der Dasbacher Kirchengemeinde, hierbei handelt es sich um den Apostel Paulus. Alle drei Figuren stammen aus der Martinskirche zu Wolfsbach und befinden sich jetzt im Besitz des Landesmuseums Wiesbaden, nachdem man sie 1924 verkaufen musste, um die Dasbacher Kirche renovieren zu können

Aktuell sind die drei Heiligenfiguren im Museum Wiesbaden (Stand: April 2014) ausgestellt.

Kirchengeschichte von Dasbach

Bevor es den Ort Dasbach oder früher Dagsbach (von Dago hergeleitet) gab, gehörte eine Siedlung mit Kirche und Kirchhof, die zwischen dem heutigen Dasbach und Idstein lag, mit Namen "Wolfsbach" zum Kirchspiel im "Seelbacher Grund". Wolfsbach hatte eine Kirche mit Kirchhof und wurde schon 1250/60 als "Wolvisbach" in einer Urkunde der Grafen von Katzenelenbogen erwähnt. Den Verbund der Kirchengemeinden soll es schon seit 1220 gegeben haben, wahrscheinlich sogar schon seit dem Jahr 880.

Um 1480 war dieser Ort ziemlich entvölkert, doch Dasbach wuchs langsam heran und hatte eine kleine Kapelle, von der es später hieß: "sehr baufällig Gepelg". An ihrer Stelle wurde im Jahr 1613 die heutige Kirche gebaut.
"Marquard bin ich genannt, Gott behüt uns vor Sünd und Schand und diesen Bau vor Feuersbrand, 1613,26.Mai" ist als Inschrift auf dem Querbalken der Empore zu lesen. Die Kosten für die Erbauung betrugen 347 Gulden und 21 Albus.

Die Verstorbenen wurden aber weiterhin auf dem Kirchhof in Wolfsbach bestattet.

Einige Zeit hieß es, die Kirche sei auf den Resten eines Römerturms erbaut worden, was sich aber nicht bestätigte.

Im Jahr 1570, geht aus den Aufzeichnungen hervor, besorgte der Dasbacher Schultheiß (Bürgermeister) zwei Leuchter, ein Altartuch, neue Glockenseile und Schlösser für die Martinskirche zu Wolfsbach.

Noch bis 1653 gingen die Dasbacher Bürger am 10.Oktober, am Tage nach dem Tag des St. Dionysius, nach Wolfsbach zum jährlichgehaltenen Markt. Dorthin schickte auch die Walsdorfer Äbtissin ihre Boten um "krüge, holtzen, schoßeln, wollendurch" und Äxte zu kaufen. Auch der Pfarrer von Niederseelbach war an diesem Tag dort und erinnerte alle Anwesenden an den eigentlichen Grund dieses Marktes: die Kirchweih! Nach 1653 wurde dann auf Bitten der Idsteiner Bürger der Markt nach Idstein verlegt.

1668 erfolgte der Abriss der Martinskirche zu Wolfsbach. Die Kirchglocken, Uhr und Heiligenfiguren kommen in die Dasbacher Kirche. Die drei Heiligenfiguren die nach Dasbach kamen waren Maria mit Kind, der Heilige Jakob(us) mit Mantel, Pilgerhut und Tasche sowie der Apostel Paulus. Die Figuren stammen aus dem 15. Jahrhundert von einem unbekannten Meister, einst sollen es mehr Figuren in der Martinskirche zu Wolfsbach gewesen sein. Maria mit Kind und Jakob sind im Dasbacher Kirchensiegel wiederzufinden.

Um 1817 legte man einen Sandsteinfußboden in die Kirche und 2 Jahre später wurden die drei Glocken, die noch aus Wolfsbach stammten von der Glockengießerei Rinke (in Sinn) umgegossen. Dies kostete die Gemeinde 425 Gulden.
Damit die Gemeinde gut beim Gesang begleitet werden konnte, baute 1852 der im Zeitalter der Nassauer berühmte Orgelbauer Christian Friedrich Voigt aus Igstadt eine neue Orgel für 700 Gulden.

Zum 400.sten Geburtstag Dr. Martin Luthers im Jahre 1883 fanden in den Kirchen Niederseelbach und Dasbach aus diesem Anlass Gottesdienste statt. Die evangelische Gemeinde von Dasbach pflanzte hierauf eine Lutherlinde auf dem Weg nach Idstein.

Im Jahr 1884 waren erneut Reparaturarbeiten in der Kirche notwendig, der Hausschwamm hatte die Kirche befallen und musste beseitigt werden. Viele Gemeindemitglieder beteiligten sich damals daran, zusätzlich fielen noch Kosten von 250 Mark an.

1921 bekam die Kirche ein neues Geläut (siehe Foto), die beiden anderen hat der erste Weltkrieg genommen.

Die aus dem 15.Jahrhundert stammenden Heiligenfiguren blieben bis 1924 in Besitz der Dasbacher Kirche und befinden sich seit dem im Besitz des Landesmuseums Wiesbaden.

1964/1965 wurden abermals Renovierungsarbeiten in der Dasbacher Kirche durchgeführt.

Die letzte Renovierung der Dasbacher Kirche erfolgte im Jahr 2008, hier auch wieder mit Unterstützung aus der Gemeinde.

Im September 2013 feierte die Dasbacher Kirche ihren 400. Geburtstag. Nach einem Festgottesdienst mit Pfarrer Michael Koch und Dekan Oliver Albrecht, fand im Dorfgemeinschaftshaus ein großer Festakt mit vielen Beiträgen, u.a. von unserem ehemaligen Pfarrdiakon i.R. Günther Meinhard und Pfarrer Peter Kratz sowie Bürgermeister Gerhard Krum und Vertretern des Niederseelbacher Kirchenvorstandes und Dasbacher Vereinen, statt.

Nachfolgend einige Bilder zur Illustration der Renovierung:

Quellen: Aus den Unterlagen der Kirchengemeinde Dasbach und der Chronik zur 650 Jahrfeier Dasbachs von Pfarrdiakon i.R. G.Meinhard

Weitere Impressionen:

Zur Homepage der Kichengemeinde

 Über Dasbach

Für einen schnellen Eindruck, hier ein paar Bilder von Dasbach. Nehmen Sie sich die Zeit, Dasbach zu erkunden!

Impressionen aus Dasbach